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Unsere Fahrt nach Kyjiw und die Südukraine

Am 04.08.2022 machten wir uns erneut auf den Weg in die Ukraine. Jede Fahrt war bis jetzt anders, jede Fahrt war auf ihre Weise besonders, so auch diese.

Wie immer war der 1. Zwischenstopp in Chełm, bei unseren lieben Kolleginnen und Kollegen in Polen. Vor Ort leisten und unterstützen sie nun schon jeden Tag, seit 6 Monaten unermüdlich am Bahnhof humanitäre Hilfe und helfen geflüchteten Menschen aus der Ukraine. Das traurige Bild dabei: das Lager in Chełm ist so gut wie leer.

Wir luden unsere Kartons voll mit Spenden in den Zug und eine Kollegin aus Chełm half bei den Zollpapieren. Unser Abteil war wieder bis unter den Rand vollgepackt. Jede freie Ecke wurde genutzt. Dann die Abfahrt nach Kyjiw, was folgte, ist schon fast Alltag für uns: Zoll- und Grenzkontrolle auf beiden Seiten der Grenze. Jedes Mal circa 4 Stunden und dann rollte der Zug Richtung Kyjiw, während wir schliefen.

Am nächsten Morgen in Kyjiw angekommen wieder den Zug ausladen, quer durch den Bahnhof, alles ins Auto einladen, an einem sicheren Ort wieder alles ausladen.

Danach sind wir einkaufen gefahren: dieses Mal konnten wir vor Ort in Kyjiw einkaufen, was nicht nur den Transport erleichtert, sondern auch günstiger ist, eine Lebensmittelknappheit besteht im Moment in Kyjiw nicht. Außerdem helfen wir so auch den Menschen vor Ort.

Für die Care Pakete kauften wir Mehl, Fischkonserven, Nudeln, Haferkekse, Zucker, Öl, Kondensmilch, Proteinriegel, Energy Drinks, Süßigkeiten, Waschmittel, Duschshampoo und natürlich Medikamente.

 

Außerdem luden wir am Abend aus unserem Lager noch Windeln (für alt und jung), restliche Nudeln, Wasser, Isomatten und Schlafsäcke ein.

Ein besonderes Geschenk erhielten wir von unseren Kollegen vor Ort, jeder bekam ein Bändchen, dass uns schützen soll. Die bevorstehende Fahrt war nicht ungefährlich.

Am nächsten tag starteten wir sehr früh in Richtung Südukraine. Wo genau werden wir aus Sicherheitstechnischen Gründen nicht sagen. Nach einigen Stunden kamen wir an unserem Zielort an und es war sofort Luftalarm. Der große Unterschied: wir waren näher an der Front, heißt Raketen können einschlagen, bevor der Luftalarm überhaupt losgeht.

 

Aber einen kühlen Kopf bewahren. Wir wurden sehr herzlich empfangen, die Gastfreundschaft der Ukrainer erfreut uns jedes Mal. Wir luden alles aus und fingen an die Care Pakete zu packen, es waren dann wieder 300 Beutel, für 300 Menschen und Familien, die in den Sperrgebieten in der Nähe der Front leben. Jedoch mussten wir auch die Schutzwesten und Helme anprobieren, die wir beim Verteilen am nächsten Tag tragen müssen.

In der Nacht gegen 4 Uhr morgens fing es dann an: Luftalarm und überall Explosionen. Das ging 3 Stunden lang, niemand hat mehr geschlafen. Dieser Terror ist dort fast jede Nacht so. Die Menschen ertragen das tagtäglich.

Erschöpft von der Nacht aber umso mehr motiviert starteten wir am Morgen zu dem 1. Dorf, wo wir wieder mit so viel Herzlichkeit empfangen wurden, wie man es sich nur vorstellen kann. Nach einer kurzen (Hitze-)Pause verteilten wir die Care Pakete im Dorf. Die Dankbarkeit der Menschen war auch hier wieder allgegenwertig. Auch 2 Teddys wurden verschenkt, einer an einen kleinen Jungen und der andere an eine ältere Frau, beide haben sich unfassbar darüber gefreut. Im Krieg sind es eben die kleinen Dinge.

Als wir dann auch im 2. Dorf jeder Familie mit Essen und alltäglichem Bedarf helfen konnten, hieß es: Schutzwesten an und Helme auf. Schon im 2. Dorf hörten man im Hintergrund, dass permanent geschossen wurde. Das 3. Dorf lag noch näher an der Front.

Dort angekommen fiel uns sofort eines der zerstörten Gebäude ins Auge: eine Schule, man sah noch die gemalten Blumen auf den Trümmern. Überall Zerstörung, so sinnlos.

Bevor wir überhaupt anfangen konnte, mussten wir Schutz suchen und Abwarten, Drohnen flogen über uns hinweg.

Als sie dann endlich weg waren, kamen auch die Menschen aus den Häusern. Wir fingen an die Care Pakete zu verteilen und uns mit den Menschen zu unterhalten. Wie geht es ihnen, was brauchen sie, wie leben sie? Wir erhielten Einblick in eine Art unterirdischen Kellergewölbe.

Hier leben sie seit 5 Monaten, teilweise mit 7-8 Leuten. Umstände die klarmachen, wie dringend Hilfe benötigt wird und Spenden, egal in welcher Form, weiterhin gebraucht werden.

An dieser Stelle ein Dankeschön an alle, die gespendet haben und weiterhin spenden. Nicht nur von uns, sondern besonders von den Menschen vor Ort:

Übersetzung:

„Ganz liebe Grüße aus einem kleinen Dorf an der Front. Wir wollen ganz herzlich Danke sagen an unsere deutschen Unterstützer für ihre humanitäre Hilfe. Jedes Kind, jede Frau, einfach jeder Bewohner hat Hilfe erhalten und sind unglaublich dankbar dafür, dass ihr uns nicht vergessen habt. Zusammen schaffen wir das & eine tiefe Verbeugung der Dankbarkeit.

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